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Regional produziertes Leuchtendesign

Kreativprozess in Handarbeit: Das Lampendesign hat David Baumann entwickelt.

Die Rohlinge, mit denen Werner Binggeli die Maschine bestückt, sind vorbereitet.

Eingespannt in der Hydraulikdrückbank erhalten die Lampenschirme ihre Form.

Die grosse Version der Lampenschirme hat einen Durchmesser von knapp 70 Zentimetern.

Prüfender Blick von Lichtgestalter David Baumann (links) und Stefan Heggli, Geschäftsführer der Heggli & Gubler AG in Muri (rechts).

Der Prototyp zeigt, wie der zweifarbige Leuchtenschirm in Umbragrau und Grauweiss am Schluss aussieht.

In Schlieren, in der ehemaligen NZZ-Druckerei, entsteht das Wissens- und Innovationszentrum JED, das ab April verschiedene Unternehmen beherbergt. Für den Mieterausbau der Zühlke Engineering AG entwickelte die Mettler+Partner Licht AG eine Leuchtenfamilie. Zu Besuch in der Produktionsstätte im aargauischen Muri. 

Es ist Freitagnachmittag, kurz nach zwei. Ein farbloser Winterhimmel spannt sich über die 7’800-Seelen-Gemeinde. Dort, wo der Ort in die Peripherie ausfranst, säumen Fabriken die wenig befahrenen Strassen. In einem dieser Gebäude ist das Metallbauunternehmen Heggli & Gubler AG einquartiert, welches das jüngste Leuchtenprojekt der Mettler+Partner Licht AG zum Leben erweckt.

Schweizer Handwerk

Der Eingang ist unscheinbar, der Empfang von Geschäftsleiter Stefan Heggli herzlich. In der grossen Produktionshalle werken die Mitarbeiter konzentriert. Es riecht nach Metall und harter Arbeit. Funken sprühen und Späne fliegen, Maschinen surren und ölverschmierte Hände verarbeiten Rohstoffe. An der Hydraulikdrückbank überwacht Werner Binggeli die Produktion der Mettler+Partner-Lampen, die ab Frühling 2020 die Empfangs- und Aufenthaltsräume der Firma Zühlke schmücken. 

Ein Design, zwei Grössen

Die Pendelleuchte aus gedrücktem Aluminiumblech mit hochwertiger LED-Lichteinheit wird in zwei Ausführungen gefertigt. Die Exemplare der kleineren 38-Zentimeter-Version stapeln sich bereits auf Paletten – heute ist die grosse Schwester dran. Binggeli programmiert die Maschine und spannt jede kreisförmige Aluminiumfläche einzeln auf. Negative drücken das weiche Metall in die gewünschte Form, die am Ende einen Durchmesser von rund 68 Zentimetern aufweist.

Von futuristisch zu zeitlos

Das Design trägt die Handschrift von David Baumann. «Die Form entwickelte sich von einem ziemlich futuristischen Ansatz zu einer zeitlosen Lampenform mit Industrie-Touch», erzählt der Lichtgestalter. Als das Modell stand, war für die Lichtgestalter klar, dass Heggli & Gubler den speziell auf den Bau zugeschnittenen Leuchtenschirm fertigen sollte. «Vor einigen Jahren haben wir gemeinsam ein Lichtprojekt in Chur realisiert. Aufgrund der guten Erfahrung haben wir uns erneut für diese Kooperation entschieden», erklärt Marc Dietrich.

Regionale Produktionspartner

Sobald die gedrückten Teile die Produktionshalle in Muri verlassen, werden sie in einem Spritzwerk zweifarbig lackiert. Ein aufwändiges Verfahren. «Diesen Arbeitsschritt haben wir etwas unterschätzt», gibt Tobias Gsell zu. Was ihn jedoch besonders freut, ist die Tatsache, dass an der Produktion der Lampen ausschliesslich Unternehmen aus der Region beteiligt sind. Zusammenbau und Montage übernimmt die HS Technics AG in Dietikon.

Innovatives Unternehmerzentrum

Schon bald werden die Lampen auch in der Region hängen, und zwar im JED in Schlieren. Das JED – die Abkürzung steht für Join. Explore. Dare. – bringt innovationsgetriebene Unternehmen zusammen und schafft so Synergien. In den bis zu 18 Meter hohen Räumen trifft Industriearchitektur auf moderne Workspaces. Die Pendelleuchten der Mettler+Partner Licht AG hängen in einer Halle mit Stahlwerkträgern und grossflächigen Oberlichtöffnungen. 

Human Centric Lighting

Das Leuchteninnenleben folgt dem Prinzip «Leuchte in Hülle». Der Leuchtkörper: 7'700 Lumen in «Tunable White». Stufenlos regulierbare Farbtemperaturen wechseln von warmweiss zu kaltweiss. Inspiriert von der Natur simulieren unterschiedliche Kelvinzahlen den Tagesverlauf des Lichts von der Morgendämmerung zum zenitalen Licht am Mittag bis zum Sonnenuntergang. Damit passt nicht nur das Lampendesign zum Industriecharme des JED. Im Mittelpunkt der Lichtplanung stehen die Menschen, die dort arbeiten.

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